Zahnschutz – wie man ihn anpasst und welches Modell das richtige ist?

Egal, ob du Boxen, MMA oder BJJ trainierst – deine Zähne sind extremen Belastungen und direkten Treffern ausgesetzt. Ein Zahnschutz, umgangssprachlich oft einfach als „Mundschutz“ bezeichnet, ist die günstigste und effektivste Versicherungspolice für dein Lächeln. Ein gut angepasstes Modell schützt nicht nur vor ausgeschlagenen Zähnen, sondern minimiert auch das Risiko von Lippenrissen und dämpft Erschütterungen ab, die zu einer Gehirnerschütterung führen könnten. Erfahre hier, welchen Zahnschutz du wählen solltest und wie du ihn perfekt anpasst.
Warum lohnt es sich, einen Zahnschutz zu tragen?
Fangen wir damit an, warum der Mundschutz immer in deiner Sporttasche sein sollte. Wenn man im Kampfsport auf einen Zahnschutz verzichtet, kann das zu schweren und schmerzhaften Verletzungen führen, die oft eine kostspielige Behandlung erfordern. Ein abgebrochener Zahn oder Kieferverletzungen bedeuten nicht nur physischen Schmerz, sondern auch langfristige gesundheitliche Probleme, die einen Sportler über viele Monate hinweg begleiten können.
Solche Verletzungen können eine Trainingspause erzwingen oder sogar das Ende der sportlichen Karriere bedeuten. Deshalb ist ein Zahnschutz in Schlag- und Griffsportarten eine entscheidende Sicherheitsmaßnahme, auf die man nicht verzichten sollte, wenn man unnötiges Leid vermeiden möchte. Die Investition in einen hochwertigen, gut angepassten Zahnschutz ist die beste Versicherung für deine Zähne und deinen Komfort während des Kampfes.
Wie wählt man einen Zahnschutz aus? Die wichtigsten Kriterien
Lass dich beim Kauf nicht ausschließlich von Preis oder Farbe leiten. Im Kampfsport benötigst du einen dickeren, anpassbaren Zahnschutz, der die Schlagkraft verteilt, während des Kampfes nicht herausfällt und dir gleichzeitig freies Atmen ermöglicht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Größe. Denk daran, dass ein zu großer Zahnschutz einen Würgereflex auslösen und das Schließen des Mundes erschweren kann. Anstatt dich auf das Training zu konzentrieren, wirst du dann ständig Unbehagen verspüren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie passt man den Zahnschutz an?
Wenn du dich für ein „Boil and Bite“-Modell entschieden hast, steht nun das Anpassen (Anpassen durch Erhitzen) an. So machst du es richtig:
Lege den Zahnschutz für 30 Sekunden in heißes Wasser (max. 70°C).
Setze den Zahnschutz auf den Oberkiefer und forme ihn, indem du ihn mit den Fingern fest gegen die Lippen drückst.
Drücke mit der Zunge gegen die Innenseiten des Schutzes, bis er sich gut anpasst. Beiße dabei nicht fest zu.
Tauche den Zahnschutz kurz in kaltes Wasser und setze ihn dann für die abschließende Anpassung erneut auf den Kiefer.
Lege den Zahnschutz zum Schluss noch einmal in kaltes Wasser, damit das Material vollständig aushärtet.
Woran erkennt man, dass die Passform ideal ist?
Viele machen den Fehler, einen Zahnschutz zu akzeptieren, der einfach nur „irgendwie im Mund“ ist. Dabei nervt eine schlecht sitzende Ausrüstung nicht nur, sondern kann sich bei einem Aufprall verschieben und zusätzliche Verletzungen verursachen. Um sicherzugehen, dass das Anpassen erfolgreich war, mache diese 3 Tests:
Der Schwerkraft-Test (Halt ohne Zubeißen)
Setze den Zahnschutz auf die oberen Zähne, drücke ihn fest und öffne dann den Mund weit. Ein richtig geformter Mundschutz sollte von selbst am Zahnbogen haften bleiben. Wenn der Schutz auf die Zunge fällt, sich ablöst oder du ihn mit dem Unterkiefer stützen musst, wurde er beim Anpassen nicht fest genug angesaugt. In diesem Fall sollte der Vorgang wiederholt werden.
Komfort- und Würgereflex-Test
Der Zahnschutz sollte auf Höhe deiner hinteren Backenzähne enden. Wenn das Material zu weit nach hinten reicht und den weichen Teil des Gaumens berührt, verursacht dies Unbehagen, ein Erstickungsgefühl oder einen Würgereflex.
Sprach- und Atemtest
Mit einem perfekt sitzenden Zahnschutz solltest du in der Lage sein, halbwegs deutlich zu sprechen, frei durch den Mund zu atmen und Wasser zu trinken, ohne den Schutz herausnehmen zu müssen.
Hygiene ist das A-O
Ein Zahnschutz befindet sich in einer Umgebung voller Bakterien, Feuchtigkeit und organischer Rückstände. Ohne die richtige Pflege wird er nach wenigen Wochen zu einem Nährboden für Mikroorganismen, was zu Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch oder sogar Pilzinfektionen im Mundraum führen kann. Um das zu verhindern, solltest du eine einfache Reinigungsroutine nach jedem Gebrauch einführen.
Den Zahnschutz gründlich reinigen. Spüle den Zahnschutz nach jedem Training nicht nur unter fließendem, lauwarmem Wasser ab, sondern bürste ihn auch gründlich ab. Verwende dafür eine weiche Zahnbürste und Zahnpasta.
Desinfizieren. Einmal pro Woche lohnt es sich, dem Zahnschutz eine „Tiefenreinigung“ zu gönnen. Dafür kannst du spezielle Reinigungstabletten für Prothesen oder Zahnspangen verwenden, die bis zu 99% der Bakterien abtöten. Ein paar Minuten in der Lösung reichen aus, um das Material aufzufrischen und Ablagerungen zu entfernen.
Trocknen und in der Box aufbewahren. Wirf einen feuchten Zahnschutz niemals direkt in deine Sporttasche. Feuchtigkeit in einem geschlossenen Raum bietet ideale Bedingungen für Schimmel. Trockne den Schutz nach dem Waschen gründlich ab und verstaue ihn in der dafür vorgesehenen Box. Reinige auch das Innere der Box regelmäßig.
Was ist zu vermeiden? Halte den Zahnschutz von Hitzequellen fern. Wenn du ihn in der prallen Sonne, in einem aufgeheizten Auto liegen lässt oder ihn (außerhalb des Anpassungsprozesses) mit kochendem Wasser abspülst, kann sich das Material verformen. Dadurch passt der Schutz nicht mehr richtig und verliert seine Schutzwirkung.
Wann sollte man den Zahnschutz ersetzen?
Selbst ein bestmöglich gepflegter Zahnschutz nutzt sich mit der Zeit ab. Alarmsignale sollten sichtbare Bissspuren, Risse, Verfärbungen oder die Tatsache sein, dass der Mundschutz locker auf den Zähnen sitzt. Es wird empfohlen, den Zahnschutz mindestens einmal pro Saison auszutauschen – bei intensiver Nutzung sogar noch häufiger.



